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Oberbrunn in Oberfranken im oberen Maintal |
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Entstehung und Ende der Liebenburg in Oberbrunn |
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Homepage der Ortschaft Oberbrunn im „Gottesgarten am Obermain“ |
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Oberhalb des Ortes baute 1260 Graf Hermann von Henneberg eine Burg, die Liebenburg. Die Grafschaft Henneberg beschränkte sich nicht auf das Gebiet um Römhild und Schleusingen. Vielmehr hatte Graf Hermann von Henneberg, der von 1224 bis 1290 lebte, 1245 in der Erbteilung nach dem Tod seines Vaters Streubesitz im Coburger Land erhalten. Drei Jahre später, im Juni 1248, starb das Geschlecht der Herzöge von Andechs-Meranien im Mannesstamm aus und der Henneberger verstand es in der unsicheren Lage seine Herrschaft in und um Coburg abzurunden. Hermann von Henneberg war nicht nur ein Territiorialpolitiker, er machte auch in der Reichspolitik von sich reden. Er war in erster Ehe verheiratet mit Margarete, der jüngsten Schwester des deutschen Königs Wilhelm von Holland. Die Heirat war wohl der Preis Wilhelms dafür, dass Hermann 1249 auf eine Kandidatur um die Königswürde verzichtete. Sein Schwager, der König ließ Graf Hermann auch weiterhin Gnadenbeweise zukommen, so verlieh er ihm die Herrschaften Münzberg in Hessen und Uffenheim in Unterfranken. Nach dem Tod König Wilhelms im Jahre 1256 strebte Hermann von Henneberg erneut die Königswürde an, aber auch diesmal kam er nicht zum Ziel. Offenbar widmete sich der Graf nach dem Scheitern seines Planes, die Krone zu erringen, verstärkt dem Ausbau seiner Landesherrschft. Die Errichtung der Liebenburg auf dem Oberbrunner Schlossberg war ein Element dieser Politik. Die Liebenburg hatte beträchtliche, überdurchschnittliche Ausmaße (ca. 30 Meter betrug der Durchmesser der eigentlichen Burganlage, der umgebende Graben war ca. 8 Meter tief). Der Bau der Liebenburg hängt zusammen mit dem konkurrierenden Machtstreben des Grafen Hermann von Henneberg und des Bamberger Bischofs. Das Verhältnis der beiden Herren war einst gut gewesen, Hermann von Henneberg hatte im meranischen Erbfolgekrieg sogar das bischöfliche Aufgebot befehligt, jedoch versuchten beide um 1260 ihre jeweilige Herrschaft auszubauen. So wurde 1260 unter Mitwirkung des Bamberg Bischofs in Ebersdorf bei Coburg das Zisterzienserinnenkloster Sonnefeld errichtet, erst später wurde es an den heutigen Platz von Sonnefeld verlegt. Der Bischof wollte durch das Kloster, das seiner Herrschaft unterstand, seine Macht nördlich des Lichtenfelder Forstes sichern, vielleicht ja sogar erweitern, jedenfalls aber das weiter Vordringen des Grafen Hermann von Henneberg verhindern. Umgekehrt errichte der Graf Hermann von Henneberg mit der Liebenburg in Oberbrunn eine befestigte Anlage mitten in einem vom Bamberger Bischof beherrschten Gebiet. Kein Wunder, daß es über die Liebenbur in Oberbrunn zum Streit zwischen dem Bischof von Bamberg und dem Grafen Hermann von Henneberg kam. Der Streit wurde wohl mit Waffengewalt ausgetragen. Von der Liebenburg aus wurden Güter und Untertanen des Bischofs geschädigt, ja möglicherweise wurde sogar die Stadt Bamberg in Mitleidenschaft gezogen.
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